Denken von gestern

oberleitungEs wird immer kurioser. Das Bundesumweltministerium fördert den Bau von Strom-Oberleitungen auf zwei Autobahnabschnitten in Hessen und Schleswig-Holstein mit fast 40 Millionen Euro!

 

 

http://www.bmub.bund.de/fileadmin/Daten_BMU/Download_PDF/Verkehr/feldversuche_o_lkw_bf.PDF

Hinkt Frau Dr. Hendricks (SPD) der Zeit nicht ein wenig hinterher? Zitat Wikipedia: „Die ersten Anlagen wurden zu Beginn des 20. Jhds. eröffnet, weltweit existieren derzeit ca. 300 Oberleitungsbus-Betriebe in 48 Staaten.“ Die „Blütezeit“ erlebte der Oberleitungsbus in den 1950er und 1960er Jahren.

Wenn man einen abgasfreien Güterverkehr von einem Knotenpunkt zum anderen möchte, kann man die Bahn nehmen. Dort gibt es bereits Oberleitungen. Warum sollen sie zusätzlich für viel Geld auf Autobahnen installiert werden?

Der (LKW)-Verkehr auf den Straßen wird durch Elektroantrieb nicht weniger. Staus, Unfälle und alle anderen negativen Folgen dieser Transportart bleiben bestehen.

Der einzig interessante Gedanke, der in dieser Nachricht steckt, ist der: Die Zukunft des elektrischen Antriebs ist nicht eine verbesserte Batterie, sondern die Zuführung der elektrischen Energie von außen! Hier gibt es interessante Entwicklungen, die ich demnächst in diesem Blog vorstellen möchte.

Das Wichtigste ist aber, dass wir uns über kurz oder lang vom Individualverkehr verabschieden müssen. Die großen Städte werden den Anfang machen. Eine Vermeidung des Verkehrsinfarkts wird nur durch eine Automatisierung der Verkehrsstöme gelingen. Die Zeit der Freiheit hinter dem Lenkrad ist vorbei, genau wie die Zeit, in denen der Cowboy, lässig einen Zigarette im Mundwinkel, auf seinem treuen Pferd in den Sonnenuntergang ritt.

2. Stammstrecke: Ein Witz

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Dass die Realität als Witz taugt, erleben wir in diesen Zeiten allzu oft. Leider bleibt es trotzdem Realität. Hier ein wahrhaftiger Beitrag des Kabarettisten „Helmut Schleich“, Gewinner des Bayerischen Kabarettpreises 2015,  zum Thema 2. Stammstrecke in München: http://www.ardmediathek.de/tv/SchleichFernsehen/die-2-M%C3%BCnchner-Stammstrecke/BR-Fernsehen/Video?bcastId=14912770&documentId=39540976

 

Drive Now – Wer braucht das?

drivenowIn einigen deutschen Großstädten und ausgewählten europäischen Metropolen gibt es inzwischen das Carsharing-Angebot „DriveNow“ von BMW und Sixt. Mit dem Kurzstreckenkonzept, bei dem man, nach einer gebührenpflichtigen Anmeldung, spontan einen BMW oder Mini mieten kann, will BMW „zu einem der weltweit größten Carsharing-Unternehmen wachsen“ (https://www.bmwgroup.com/de/marken/drivenow.html). Die Fahrpreise werden minutenweise abgerechnet und die Fahrzeuge dürfen frei in den dafür vorgesehenen Innenstadtzonen abgestellt werden.

Bei den Fahrzeugen handelt es sich ausnahmslos um PKW. Warum braucht jemand in Innenstadtbereichen von Großstädten einen PKW? In Berlin, Hamburg, München, Köln und Düsseldorf gibt es gut ausgebaute Nahverkehrssystem mit denen man bequem unterwegs ist. Oder ist DriveNow als Konkurrenz zum Taxi gemeint? Oder zu Uber?

Die Parkmöglichkeit auf Anwohner-Stellplätzen in den Innenstadtbereichen reduziert zusätzlich den eh knappen Parkraum, auf dem sich bereits andere (Flixter, Car2Go, etc.) Anbieter tummeln. Die Nutzungsmöglichkeit von „Drive Now“ ist auch sicher nicht als Alternative für das eigene Auto gedacht. Wozu also braucht man „Drive Now“?

Das Konzept ist nicht innovativ, im Gegenteil, es erzeugt zusätzliches Fahrzeugaufkommen, wodurch unsere Innenstädte noch mehr verstopft werden. Den einzigen Nutzen davon hat BMW, die damit eine bezahlte Ausstellungs- und Werbefläche für ihr Fahrzeugangebot erhalten. Warum genehmigen die städtischen Institutionen diese Art von Werbung und Parkraumverstopfung?

Fazit: Wir brauchen ein radikal neues Verkehrskonzept! Ob es jetzt das von mir erdachte sein soll oder ein anderes, ist unwichtig. Wichtig ist, dass wir den Verkehr effektiver, sicherer, umweltfreundlicher und humaner gestalten.

Auto als Waffe

LKW des Attentäters

Angesichts des schrecklichen Anschlags auf den Weihnachtsmarkt in Berlin am 20. Dezember ist hervorzuheben, dass mit dem hier vorgestellten Mobilitätssystem eine solche Tat von vornherein ausgeschlossen wäre. Wenn ein Fahrzeug nicht mehr individuell steuerbar ist, kann es auch nicht als Waffe benutzt werden! Weder der Berliner, noch der Anschlag in Nizza vom Juli 2016 wären auf diese Weise möglich gewesen. Ein neues Verkehrssystem würde also nicht nur mehr Sicherheit auf den Strassen, sondern auch mehr Sicherheit vor Anschlägen mit Fahrzeugen bieten.

Entfernungstarif statt Ticket-Chaos

MVV-TarifeDer Münchner Verkehrs- und Tarifverbund (MVV) „prüft“ ein neues Tarifsystem. Das Pilotprojekt nennt sich „Entfernungstarif“ und soll die Preisgestaltung an die zurückgelegte Entfernung und die Häufigkeit der Fahrten koppeln. Was sich wie selbstverständlich anhört, ist offenbar sehr kompliziert, da der MVV Tickets anbieten möchte, die die benötigten Daten für die Abrechnung berührungslos erfassen sollen. Als problematisch wird bei diesem Abrechnungsverfahren außerdem angesehen, dass der monatlich abzubuchende Beitrag nicht mehr fix sein würde, sondern schwankend.

Lieber MVV, wie wäre es, wenn man den Fahrgästen, sozusagen als Zwischenlösung, zunächst einmal ein Ticket anbieten würde, das „mit Berührung“ die notwendigen Daten erfassen würde? Selbstverständlich sollte zusätzlich ein Maximalbetrag festgelegt werden, der dem einer Monatskarte bzw. Jahreskarte angepasst ist. Jeder Fahrgast hat dann die Sicherheit, nie das falsche Ticket zu haben und in jedem Fall den günstigsten tarif zu bezahlen.. Diese Variante ist einfach, bedeutet keine großen Investitionen, und kann innerhalb kurzer Zeit umgesetzt werden.

Damit hätte München zwar nicht das „modernste Tarif- und Vertriebssystem Europas“, wie es so schön großspurig heißt, würde sich aber endlich London (Oyster Card) oder, um im Lande zu bleiben, Bremen (BOB Konto-Ticket) anschließen, wo es so etwas schon lange gibt.

2. Stammstrecke in München – Krasse Fehlentscheidung

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Eine zweite Röhre unter der Münchner Innenstadt, die 3,4 Milliarden Euro (SZ vom 24.10.16) an Baukosten verschlingt, deren Nutzen umstritten ist und die über mehr als 7 Jahre Ärger für Anwohner und Verkehrsteilnehmer bedeutet, ist das eine kluge Entscheidung?

Glaubt wirklich die Mehrheit der Entscheider in Stadt, Land und Bund, dass wir 2025 (voraussichtliche Fertigstellung!) noch dasselbe Verkehrssystem haben werden wie heute?
Die Bundesregierung fördert massiv die Elektromobilität. Auch das automatisierte Fahren soll ausgebaut werden. Sonderspuren für eMobile sind der Anfang. Der Weg zu einem fahrerlosen, automatisierten, städtischen Verkehrssystem mit individueller Zielgestaltung ist keine 10 Jahre mehr entfernt.

Wozu brauchen wir dann noch eine Röhre unter der Stadt? Für das Geld lässt sich innerhalb einer kürzeren Zeitspanne ein effektiveres, umweltfreundlicheres, und sichereres Verkehrssystem für Stadt und Umland entwickeln. Und das nicht nur für München. Über Innovation wird viel geschrieben und geredet, aber man muss auch den Mut dazu haben! Die zweite Stammstrecke ist eine Weiche in die Vergangenheit!

Voll daneben

Audi-AnzeigeSieht man die Werbekampagnen der Firma AUDI, kann man den Eindruck gewinnen, dass dieses Unternehmen überhaupt nicht begriffen hat, worum es bei der Weiterentwicklung des Automobils eigentlich geht.
AUDI behautet in ihrer aktuellen Werbung alles Ernstes, dass ein Einparkassistent im A3 Sportback von der Zukunft inspiriert sei! Warum bloß?

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