Stromversorgung über die Straße

Das Aufladen von Elektroautos ist umständlich und zeitraubend. Foto UR

Die vom amerikanischen Chiphersteller Qualcomm gekaufte Firma HALO ermöglicht das Aufladen von Elektroautos während der Fahrt. In Frankreich gibt es bereits eine 100 Meter lange Textstrecke, die zeigt, dass diese Technik prinzipiell funktioniert.

https://www.golem.de/news/elektromobilitaet-qualcomm-laedt-e-autos-waehrend-der-fahrt-auf-1705-128011.html

Die Technik hat selbstverständlich ihren Preis. 2 Meter sollen 8000 Euro kosten. Wenn man das allerdings mit den Kosten für zB den Autobahnbau vergleicht, relativiert sich das Ganze. Ein Autobahnkilometer kostet je nach Gelände zwischen 6 und 20 Millionen Euro. Nimmt man den Mittelwert und rechnet man ihn auf einen Meter um, kommt man auf 13.000 Euro pro Meter. Der Preis für die Übertragungsmodule würde mit der Massenproduktion zusätzlich sinken.

Um diese Technik effektiv einsetzen zu können, muss das Auto relativ stabil über der Ladespur fahren. Bei meinem System, bei dem die Automobile automatisch gesteuert werden, ist das kein Problem.

Warum der Kommentar im obigen Textlink den Erfolg dieses Systems von der Batterietechnik anhängig macht, ist mir ein Rätsel. Die Fahrzeuge könnten allein mit der über die Straße zugeführten Energie fahren, benötigen also im Prinzip keinen Stromspeicher. Nur für eine Übergangszeit und die nicht elektrifizierten Straßen wäre eine Batterie oder eine andere Energiequelle notwendig.

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Skandal? Egal!

Ist es zu fassen? Die deutsche Automobilindustrie präsentiert auf der aktuellen IAA in Frankfurt nach wie vor kraftstrotzende Monsterautos mit Verbrennungsmotoren. Man fragt sich, was schlimmer ist: die Firmen, die diese Ungetüme produzieren oder die Menschen, die sie kaufen. Offensichtlich ist es den meisten Autokäufern egal, welche Folgen ihr Handeln für die Umwelt hat oder ob sie Fahrzeuge von betrügerisch handelnden Unternehmen kaufen!
Das Ende des Verbrennungsmotors kommt, und der Absturz der Vorzeigeindustrie wird schmerzhaft sein. Aber bitte, niemand wird sagen können, dass das nicht abzusehen war!

Das selbstgesteuerte Kraftfahrzeug kann nicht die Zukunft der Mobilität sein! Unabhängig davon, wie es angetrieben wird. Die wachsenden Mobilitätsströme sind mit diesem System nicht zu bewältigen. Das wissen auch die Automobilhersteller. Anders sind die hilflosen Kooperationen mit Uber und Co. nicht zu erklären. Wenn sich die Verantwortlichen in Industrie und Politik nicht bald bewegen, werden die neuen Mobilitätskonzepte von außen kommen, und die „alte Industrie“ wird dumm aus der Wäsche schauen“, wieder einmal!

Denken von gestern

oberleitungEs wird immer kurioser. Das Bundesumweltministerium fördert den Bau von Strom-Oberleitungen auf zwei Autobahnabschnitten in Hessen und Schleswig-Holstein mit fast 40 Millionen Euro!

 

 

http://www.bmub.bund.de/fileadmin/Daten_BMU/Download_PDF/Verkehr/feldversuche_o_lkw_bf.PDF

Hinkt Frau Dr. Hendricks (SPD) der Zeit nicht ein wenig hinterher? Zitat Wikipedia: „Die ersten Anlagen wurden zu Beginn des 20. Jhds. eröffnet, weltweit existieren derzeit ca. 300 Oberleitungsbus-Betriebe in 48 Staaten.“ Die „Blütezeit“ erlebte der Oberleitungsbus in den 1950er und 1960er Jahren.

Wenn man einen abgasfreien Güterverkehr von einem Knotenpunkt zum anderen möchte, kann man die Bahn nehmen. Dort gibt es bereits Oberleitungen. Warum sollen sie zusätzlich für viel Geld auf Autobahnen installiert werden?

Der (LKW)-Verkehr auf den Straßen wird durch Elektroantrieb nicht weniger. Staus, Unfälle und alle anderen negativen Folgen dieser Transportart bleiben bestehen.

Der einzig interessante Gedanke, der in dieser Nachricht steckt, ist der: Die Zukunft des elektrischen Antriebs ist nicht eine verbesserte Batterie, sondern die Zuführung der elektrischen Energie von außen! Hier gibt es interessante Entwicklungen, die ich demnächst in diesem Blog vorstellen möchte.

Das Wichtigste ist aber, dass wir uns über kurz oder lang vom Individualverkehr verabschieden müssen. Die großen Städte werden den Anfang machen. Eine Vermeidung des Verkehrsinfarkts wird nur durch eine Automatisierung der Verkehrsstöme gelingen. Die Zeit der Freiheit hinter dem Lenkrad ist vorbei, genau wie die Zeit, in denen der Cowboy, lässig einen Zigarette im Mundwinkel, auf seinem treuen Pferd in den Sonnenuntergang ritt.

2. Stammstrecke: Ein Witz

2-stammstrecke

Dass die Realität als Witz taugt, erleben wir in diesen Zeiten allzu oft. Leider bleibt es trotzdem Realität. Hier ein wahrhaftiger Beitrag des Kabarettisten „Helmut Schleich“, Gewinner des Bayerischen Kabarettpreises 2015,  zum Thema 2. Stammstrecke in München: http://www.ardmediathek.de/tv/SchleichFernsehen/die-2-M%C3%BCnchner-Stammstrecke/BR-Fernsehen/Video?bcastId=14912770&documentId=39540976

 

Drive Now – Wer braucht das?

drivenowIn einigen deutschen Großstädten und ausgewählten europäischen Metropolen gibt es inzwischen das Carsharing-Angebot „DriveNow“ von BMW und Sixt. Mit dem Kurzstreckenkonzept, bei dem man, nach einer gebührenpflichtigen Anmeldung, spontan einen BMW oder Mini mieten kann, will BMW „zu einem der weltweit größten Carsharing-Unternehmen wachsen“ (https://www.bmwgroup.com/de/marken/drivenow.html). Die Fahrpreise werden minutenweise abgerechnet und die Fahrzeuge dürfen frei in den dafür vorgesehenen Innenstadtzonen abgestellt werden.

Bei den Fahrzeugen handelt es sich ausnahmslos um PKW. Warum braucht jemand in Innenstadtbereichen von Großstädten einen PKW? In Berlin, Hamburg, München, Köln und Düsseldorf gibt es gut ausgebaute Nahverkehrssystem mit denen man bequem unterwegs ist. Oder ist DriveNow als Konkurrenz zum Taxi gemeint? Oder zu Uber?

Die Parkmöglichkeit auf Anwohner-Stellplätzen in den Innenstadtbereichen reduziert zusätzlich den eh knappen Parkraum, auf dem sich bereits andere (Flixter, Car2Go, etc.) Anbieter tummeln. Die Nutzungsmöglichkeit von „Drive Now“ ist auch sicher nicht als Alternative für das eigene Auto gedacht. Wozu also braucht man „Drive Now“?

Das Konzept ist nicht innovativ, im Gegenteil, es erzeugt zusätzliches Fahrzeugaufkommen, wodurch unsere Innenstädte noch mehr verstopft werden. Den einzigen Nutzen davon hat BMW, die damit eine bezahlte Ausstellungs- und Werbefläche für ihr Fahrzeugangebot erhalten. Warum genehmigen die städtischen Institutionen diese Art von Werbung und Parkraumverstopfung?

Fazit: Wir brauchen ein radikal neues Verkehrskonzept! Ob es jetzt das von mir erdachte sein soll oder ein anderes, ist unwichtig. Wichtig ist, dass wir den Verkehr effektiver, sicherer, umweltfreundlicher und humaner gestalten.

Auto als Waffe

LKW des Attentäters

Angesichts des schrecklichen Anschlags auf den Weihnachtsmarkt in Berlin am 20. Dezember ist hervorzuheben, dass mit dem hier vorgestellten Mobilitätssystem eine solche Tat von vornherein ausgeschlossen wäre. Wenn ein Fahrzeug nicht mehr individuell steuerbar ist, kann es auch nicht als Waffe benutzt werden! Weder der Berliner, noch der Anschlag in Nizza vom Juli 2016 wären auf diese Weise möglich gewesen. Ein neues Verkehrssystem würde also nicht nur mehr Sicherheit auf den Strassen, sondern auch mehr Sicherheit vor Anschlägen mit Fahrzeugen bieten.

Entfernungstarif statt Ticket-Chaos

MVV-TarifeDer Münchner Verkehrs- und Tarifverbund (MVV) „prüft“ ein neues Tarifsystem. Das Pilotprojekt nennt sich „Entfernungstarif“ und soll die Preisgestaltung an die zurückgelegte Entfernung und die Häufigkeit der Fahrten koppeln. Was sich wie selbstverständlich anhört, ist offenbar sehr kompliziert, da der MVV Tickets anbieten möchte, die die benötigten Daten für die Abrechnung berührungslos erfassen sollen. Als problematisch wird bei diesem Abrechnungsverfahren außerdem angesehen, dass der monatlich abzubuchende Beitrag nicht mehr fix sein würde, sondern schwankend.

Lieber MVV, wie wäre es, wenn man den Fahrgästen, sozusagen als Zwischenlösung, zunächst einmal ein Ticket anbieten würde, das „mit Berührung“ die notwendigen Daten erfassen würde? Selbstverständlich sollte zusätzlich ein Maximalbetrag festgelegt werden, der dem einer Monatskarte bzw. Jahreskarte angepasst ist. Jeder Fahrgast hat dann die Sicherheit, nie das falsche Ticket zu haben und in jedem Fall den günstigsten tarif zu bezahlen.. Diese Variante ist einfach, bedeutet keine großen Investitionen, und kann innerhalb kurzer Zeit umgesetzt werden.

Damit hätte München zwar nicht das „modernste Tarif- und Vertriebssystem Europas“, wie es so schön großspurig heißt, würde sich aber endlich London (Oyster Card) oder, um im Lande zu bleiben, Bremen (BOB Konto-Ticket) anschließen, wo es so etwas schon lange gibt.